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Dienstag, 2. September 2008

Hurra Hurra, mein Buch ist da!

Mit Stolz darf ich dem geneigten Leser dieses Weblogs verkünden: Mein Buch ist ab jetzt käuflich zu erwerben! Nachfolgend gibt es Details, den Original-Klappentext und die Links. Über eine Rezension würde ich mich natürlich unglaublich freuen.

Bis heute stehen Medien- und Literaturwissenschaftler gleichermaßen vor dem Problem, die Bedingungen und Facetten von Autorschaft fachübergreifend zu formulieren. Der Autor Christian Hensen geht der Frage der Autorschaft in neuen Medien nach und legt den Fokus auf das kontrovers diskutierte und vielfach zitierte "Web 2.0". Durch eine Gegenüberstellung der foucaultschen Frage "Was ist ein Autor?" mit der von Verleger Tim O´Reilly "Was ist Web 2.0?" gewinnt der Autor einen interdisziplinären Zugang zum Autorbegriff und verhilft ihm zu einer Neudefinition, welche dem gegenwärtigen Wandel der Medienkultur Rechnung trägt. Auf diese Weise wird der vorwiegend aus Marketing-Kreisen bekannte Begriff "Web 2.0" erstmalig einer kulturwissenschaftlichen Analyse unterzogen. Anhand konkreter Web 2.0-Plattformen wie Weblogs, Wikis, Videoportale und soziale Netzwerke wird eine Typologie des Autors entwickelt und so der Theoriediskurs mit der Medienpraxis konfrontiert. Dabei werden wichtige Web 2.0-Praktiken wie Verlinkung, Indexierung und Ranking in die Untersuchung einbezogen. Das Buch richtet sich an Medien- und Kulturwissenschaftler, ebenso wie an Literaturwissenschaftler und Germanisten.

Broschiert: 156 Seiten
Verlag: Vdm Verlag (August 2008)
ISBN-10: 3639077024
ISBN-13: 978-3639077025
Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 0,9 cm

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buecher.de

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Dienstag, 26. August 2008

Der Relaunch der Bibel

"Groß sind die Werke des Herrn; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran." (AT, Kap. 111, Vers 002). Eine ähnliche Lust muss wohl auch der Schauspieler Ben Becker derzeit verspüren, bringt er doch das Buch der Bücher in einer dreistündigen "konzertanten Performance" auf die Showbühne. Es sei "Ben Beckers göttliches Come Back", schreibt der Spiegel. Vanity Fair überschlägt sich vor Begeisterung: "Jesus mag Gottes Sohn sein, aber Ben Becker ist seine Stimme." Und die Welt bleibt lieber bei den Fakten: "Das Bühnenspektakel riss die knapp 3000 Zuschauer im Tempodrom vor Begeisterung von den Sitzen.“ Bereits 1996 brachte Ben Becker die Bibel ins Fernsehen, spielte Prinz Sidqa im Film "Die Bibel - Samson und Delila", jetzt musikalisiert, ja instrumentalisiert er sie - im "wahrsten" Sinne des Wortes. Und was wahr und falsch ist, das wusste Jesus gewiss, doch weiß das auch Ben Becker? Was dürfte der Zimmermann von einst wohl zum Schauspiel Beckers, zum "Relaunch" der Offenbarungen Gottes sagen? Während Jesus durch Nazareth, Jerusalem und Judäa pilgerte, tourt Ben Becker durch Kiel, Hannover, Köln, Dortmund, Leipzig, Dresden, Hamburg, Stuttgart, München. Auch ihm dürften seine Jünger folgen. Ob die Verkündung des Glaubens auf fruchtbaren Boden fällt, ist fraglich. Die musikalische Überbringung der "Frohen Botschaft" dürfte dem Deutschen Filmorchester Babelsberg zweifellos gelingen. Der Name der begleitenden Band Beckers "Zero Tolerance" klingt dagegen eher mephistophelisch als göttlich. Und wenn die Show für die Besucher nur das "kleine Senfkorn Hoffnung" ist, so scheint sie für Ben Becker gleichwohl die Erfüllung. Ben Becker. Ein Virtuose der Bühne oder doch eher ein enfant terrible? Er spielte an der Seite namhafter Schauspieler, sang mit Xavier Naidoo bei Schiller und spricht nun mit tiefer Stimme das Wort Gottes. Fühlt er sich doch zu Höherem als Pop berufen? Es scheint vielmehr, als mache er aus dem Höheren selbst Pop. "Die Bibel - live", preist RTL an, "Best of Bibel" heißt seine Doppel-CD, "Die Bibel - eine gesprochene Symphonie" ist der pathetische und großspurige Titel seiner DVD, und die Internetseite gotteslästert (? bzw. nennt) sich "bibel2008.com". "Relaunch" wird die Auferstehung des Ben Beckers ins Moderne übersetzt. Im Alten Testament heißt es "Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit; wohl dir, du hast es gut." (Kap. 128, Vers 002). Wie wahr, was in der Bibel steht geschrieben.

Montag, 18. August 2008

In eigener Sache: Von der Kontemplation zur Aktion

Ich selbst kann es kaum noch erwarten. Mein erstes Buch steht in den Startlöchern und wartet darauf, die Intelligenzia dieser Welt zu bereichern! Okay, formulieren wir es bescheidener: Bald wird es veröffentlicht, und es freut sich über jede noch so bescheidene Nachbarschaft anderer Druckerzeugnisse in den Bücherregalen dieser Wohnstuben. Neben Romanen und Sachbüchern wird es sich ebenso wohl fühlen wie neben Belletristik und Kochbüchern. Ohnenhin würde der Leser guten Geschmack beweisen. Das Rezept des Lebens sollte darin zwar nicht gesucht werden, jedoch führt das Buch so mancher Medientheorie die Medienpraxis schonungslos vor Augen, und es entstaubt so manchen Medienbegriff vergangener Tage. Das einfach deshalb, weil es die älteste Vokabel der Mediengeschichte - den Autor - mit der neusten - dem Web 2.0 - konfrontiert. Im Laufe der Arbeit bin ich auf einige überraschende Zitate gestoßen, welche dringend einer Überholung bedurften - oder was viel überraschender war: Viele Zitate von "früher" sind heute aktueller denn je. Scheinbar braucht es erst das "Web 2.0", damit sich so manche Utopien bewahrheiten können. Gleichzeitig findet derzeit eine Entmystifizierung der Medien statt, wie es sie nie zuvor gegeben hat. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Wir befinden uns derzeit in einem enormen Wandel der Medienkultur, welcher gerade erst im Begriff ist, den Alltag völlig umzukrempeln. Heute lesen wir nicht mehr nur, hören wir kein Radio mehr, lassen uns nicht mehr vor dem Fernsehen zerstreuen. Kontemplation war gestern, heute ist Aktion angesagt! Heute wird selber geschrieben - und das gleich massenweise - , werden Radiosendungen selber live ausgestrahlt, produzieren Amateure ihre eigenen Sendungen und sind Schirmherren ihrer eigenen TV-Kanäle. Wo dieser Wandel hinführt, bleibt abzuwarten. Wichtig ist, ihn zu erkennen und ernst zu nehmen. Im 21. Jahrhundert wandelt sich Medienkultur, werden Sinnbezüge neu justiert, wird Wirklichkeit individuell. Bald wird es das Buch geben. Der Titel "Medienkultur im Wandel. Autorschaft im Web 2.0" wird das Cover zieren. Es wird die Wirklichkeit der Welt nicht verändern, doch es verändert meine. Und vielleicht entdeckt auch so mancher Leser etwas neues, etwas wofür es sich lohnt, zu lesen. Etwas womit er nicht gerechnet hat. Sich sammeln statt zerstreuen. Aktion statt Kontemplation. Ich selbst kann es kaum noch erwarten.